{"id":10846,"date":"2025-05-09T10:45:50","date_gmt":"2025-05-09T10:45:50","guid":{"rendered":"https:\/\/stuttgartertageszeitung.de\/?p=4810"},"modified":"2025-05-09T10:45:50","modified_gmt":"2025-05-09T10:45:50","slug":"vogel-bilden-freundschaften-beim-bruten-studie-enthullt-altruismus-bei-glanzstaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pappusaha.com\/frankfurtherhandelsblatt\/vogel-bilden-freundschaften-beim-bruten-studie-enthullt-altruismus-bei-glanzstaren\/","title":{"rendered":"V\u00f6gel Bilden &#8220;Freundschaften&#8221; Beim Br\u00fcten: Studie Enth\u00fcllt Altruismus Bei Glanzstaren"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine neue Langzeitstudie hat aufgedeckt, dass Glanzstare (Superb Starlings) beim Aufziehen ihrer Jungen gezielt miteinander kooperieren \u2013 sogar mit Artgenossen, die nicht verwandt sind. Das Verhalten erinnert an menschliche Freundschaften, bei denen gegenseitige Unterst\u00fctzung im Vordergrund steht. Die Studie, geleitet von Professor Dustin Rubenstein der Columbia University, untersucht \u00fcber 20 Jahre hinweg das Brutverhalten von mehr als 1.175 V\u00f6geln in 410 Nestern in Kenia. Die Forschungsergebnisse wurden k\u00fcrzlich im Fachjournal <em>Nature<\/em> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kooperation als \u00dcberlebensstrategie in kargen Lebensr\u00e4umen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Glanzstare leben in trockenen, ressourcenarmen Gebieten, in denen das \u00dcberleben und erfolgreiches Br\u00fcten allein kaum m\u00f6glich sind. In solchen Umgebungen reicht die Unterst\u00fctzung von nur zwei Elterntieren oft nicht aus. Sie sind auf die Hilfe anderer V\u00f6gel angewiesen. &#8220;Insbesondere neu eingewanderte V\u00f6gel unterst\u00fctzen ihre Artgenossen, um sp\u00e4ter selbst Unterst\u00fctzung beim Br\u00fcten zu erhalten&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Rubenstein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser strategische Altruismus ist eine \u00dcberlebensstrategie, die es den V\u00f6geln erm\u00f6glicht, in ihren schwierigen Lebensr\u00e4umen zu gedeihen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den V\u00f6geln gew\u00e4hrleistet das \u00dcberleben der Brut und st\u00e4rkt die Gemeinschaft. Das zeigt, dass Kooperation in sozialen Tieren nicht nur auf Verwandtschaft basiert, sondern durch gegenseitige Hilfe und strategisches Handeln motiviert ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hilfe wird erwidert: Ein System des Altruismus<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studie zeigt, dass die Hilfe unter den V\u00f6geln nicht zuf\u00e4llig, sondern gezielt und wiederholt erfolgt. Besonders bemerkenswert ist, dass Glanzstare auch Nicht-Verwandten helfen, selbst wenn nahe Verwandte im selben Brutverband leben. &#8220;Dies deutet darauf hin, dass V\u00f6gel soziale Bindungen eingehen, die weit \u00fcber Verwandtschaftsbeziehungen hinausgehen&#8221;, sagt Rubenstein. Die gezielte Unterst\u00fctzung zwischen nicht verwandten V\u00f6geln erinnert an menschliche Freundschaften, in denen wechselseitige Hilfe und Vertrauen im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Julia Schroeder, Verhaltens\u00f6kologin am Imperial College London, best\u00e4tigt diese Erkenntnisse. Sie betont, dass die Studie die Theorie st\u00fctzt, dass V\u00f6gel einzelne Artgenossen erkennen und mit ihnen strategisch zusammenarbeiten. &#8220;Dies bringt uns dem Verst\u00e4ndnis von Altruismus n\u00e4her \u2013 einem Ph\u00e4nomen, das uns noch immer vor R\u00e4tsel stellt&#8221;, so Schroeder.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Altruismus in der Natur: Ein tieferes Verst\u00e4ndnis<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Frage bleibt jedoch, warum V\u00f6gel altruistisch handeln, obwohl sie nicht zur Revanche verpflichtet sind. Warum helfen sie ohne eine garantierte Gegenleistung? Diese und weitere Fragen will das Forschungsteam in k\u00fcnftigen Studien weiter untersuchen. Besonders interessant wird dabei die Frage, wie tief verwurzelt und komplex soziale Strukturen in der Tierwelt tats\u00e4chlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erkenntnisse der Studie werfen neues Licht auf das soziale Verhalten von Tieren und k\u00f6nnten helfen, unser Verst\u00e4ndnis von Altruismus und Kooperation in der Natur zu erweitern. W\u00e4hrend bislang meist angenommen wurde, dass altruistisches Verhalten vor allem zwischen Verwandten zu beobachten ist, zeigt diese Studie, dass soziale Bindungen auch bei nicht verwandten Artgenossen existieren k\u00f6nnen \u2013 und das auf eine strategische Weise.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zuk\u00fcnftige Forschungsfragen und Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Forschung rund um den Altruismus bei Tieren steckt noch in den Kinderschuhen. Das Team rund um Prof. Rubenstein hat sich zum Ziel gesetzt, in k\u00fcnftigen Studien die sozialen Strukturen in der Tierwelt noch detaillierter zu erforschen. Dies k\u00f6nnte nicht nur unser Wissen \u00fcber die Lebensweise von V\u00f6geln erweitern, sondern auch allgemeine Erkenntnisse \u00fcber die Entstehung von sozialen Bindungen in verschiedenen Tierarten liefern.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese bemerkenswerte Studie zeigt, dass Tiere \u2013 ganz wie Menschen \u2013 in der Lage sind, &#8220;Freundschaften&#8221; zu bilden, die auf gegenseitiger Unterst\u00fctzung und Kooperation basieren. Durch die Hilfe von nicht verwandten Artgenossen wird das \u00dcberleben gesichert und die Brutpflege erfolgreicher. Die Forschungen er\u00f6ffnen neue Perspektiven f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Altruismus und sozialen Strukturen in der Natur, die weit \u00fcber die klassischen Vorstellungen von Verwandtschaft hinausgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Langzeitstudie hat aufgedeckt, dass Glanzstare (Superb Starlings) beim Aufziehen ihrer Jungen gezielt miteinander kooperieren \u2013 sogar mit Artgenossen, die nicht verwandt sind. Das Verhalten erinnert an menschliche Freundschaften, bei denen gegenseitige Unterst\u00fctzung im Vordergrund steht. 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